Das Kultürla Magazin

Diese Seite berichtet vom kulturellen Leben in Bamberg. Mittelpunkt ist das Kultürla und die Kultürla Karte. Von zynisch und ironisch bis lustig und ernst. Wir berichten von kulturellen Themen in allen Facetten.

Kulturelles Tagebuch eines Erasmus-Studenten – Teil 4

Halbzeit für Álvaro – der spanische Erasmus-Student weilt nun bereits seit einem knappen halben Jahr im Oberfränkischen. Viel erlebt hat er bereits, etwa seine Trinkfestigkeit auf dem Bamberger Weihnachtsmarkt bewiesen. Bei der historischen Stadtführung der Nachtwächter tauchte er wenig später in die Geschichte seiner deutschen Wahlheimat ein. Weil der junge Mann nicht nur überaus kultur- sondern auch sportbegeistert ist, besuchte er unlängst eine Partie der Bamberger Basketballer.

Brose Baskets Bamberg

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„Meine lieben Leser, ich bin zurück. Habe die weihnachtliche Bildungspause genutzt, um bei meiner Familie in Santander nach dem Rechten zu schauen, sowie ihr zu versichern, dass ich noch nicht verhungert bin. Außerdem stattete ich meinen Kickern von Racing Santander einen Besuch ab. Die hatten jüngst einen beispielhaften Niedergang erlebt – von der Primera División in die Drittklassigkeit binnen zwei Jahren. Immerhin schien ihnen meine Abwesenheit gut zu tun und sie sind dort nun Tabellenerster. In der Hoffnung, dass sich meine Anwesenheit nicht negativ auf den Spielausgang auswirken sollte, wollte ich nach meiner Rückkehr nach Bamberg nun endlich einmal erleben, was es mit dem hochgelobten Basketball hierzulande auf sich hatte. In der Frankenmetropole schien man nicht nur eine ausgeprägte Sammelleidenschaft für allerlei Pokale zu haben – auch die Stimmung, so wurde mir zugetragen, sei derart mitreißend, dass man sich ihr nicht entziehen könne. Nun war ich zwar während meines Heimaturlaubs voll des Lobes über Bamberg gewesen, allerdings: schier grenzenlose Begeisterungsfähigkeit war nicht unbedingt eines der Attribute, die ich meinen Bambergern zuschrieb. Ich sollte eines Besseren belehrt werden, als ich mich kürzlich all den Schlachtenbummlern anschloss, die zu einer auf den ersten Blick kalt wirkenden Arena am Stadtrand pilgerten. Was sich mir in dessen Innern offenbarte ließ all meine, sorgsam gepflegten und eigentlich bereits bestätigten, Vorurteile gegenüber den doch eher reservierten Deutschen über Bord gehen. Ein ohrenbetäubendes Inferno auf den Rängen, fast ungeachtet des Treibens auf dem Parkett. Einen Anlass, laut zu sein, gab es ohnehin ständig: sei es beim Korberfolg der eigenen Mannschaft oder beim Versuch, den Angriff der anderen abzuwehren. Ich war verblüfft ob solcher Sangeskraft, wenngleich sich mir deren Quell recht schnell offenbarte. Goldig schimmernd in handlichen Plastikbechern war sie es, die junge und alte Kehlen hier stets auf Trab hielt. Funktionieren konnte das freilich nur ob einer einmalig gut funktionierenden Versorgungskette, die nicht abzureißen schien. Und an deren Ende ein ums andere Mal ich mich selbst befand. „Holger! Bring noch neune! Und eins für den jungen Álvaro!“ Dieser Zusammenhalt beeindruckte mich tief. Ich war Fan geworden. Und die Mannschaft hatte, soweit ich das mitbekam, gewonnen. Natürlich.

Saludos und bis bald! Euer Álvaro Iturraspe“

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 19, 2014 von in Àlvaros kulturelles Tagebuch.
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